Nimm dir die Zeit

Und wieder neigt sich das Jahr dem Ende zu. Kalt ist es geworden und es gab den ersten Schnee. Pünktlich im November erreicht uns für kurze Zeit die Kälte.

Das es diese Woche geschneit hat, sorgt schon für ein kuschliges, gemütliches Gefühl. Die Nächte sind frostig und ein bisschen liegt noch Schnee auf unserer Hütte. Einigen Rosen scheint die Kälte nichts auszumachen. Sie blühen auch im November noch.

Sie lassen sich Zeit. Wie ist das so mit der Zeit? Im melancholischem November kommen die Gedanken. Was bedeutet Zeit?

Einige Synonyme für Zeit: Abschnitt, Zeitraum, Zeitalter, Epoche, Zeitspanne, Periode

Sätze über die Zeit: Die Zeit heilt alle Wunden, mit der Zeit gehen, Zeit die vergeht, Zeit nutzen, ich habe keine Zeit, es war Zeit zu gehen, es war Zeit zu reden

die Zeit läuft einem davon, aber das hat doch noch Zeit, das ist eine lange Zeit

Zeit zum Nachdenken.

Nutzen wir unsere Zeit. Was bedeutet die Zeit nutzen? Der Alltag wird immer stressiger. Arbeiten, Kinder, Haushalt. Zur Arbeit fahren, mit der Bahn, mit dem Auto zum Einkaufen fahren. Alles muss schnell und immer schneller gehen. Nimmt man sich die Zeit, um mal nichts zu tun. Haben die Menschen die Zeit, einmal nichts zu tun. Einfach mal die Zeit so vergehen lassen. Auf dem Sofa sitzen und nichts tun. Die Gedanken schweifen lassen.

Im Moment leben wir in einer schwierigen Zeit. Es hat immer schwierige Zeiten gegeben. Die Zeit soll ohne Risiko vergehen. Aber das Leben war nie ohne Risiko. Jeder Mensch braucht seine Familie, seine Freunde, Kommunikation mit anderen. Die Freude und auch die Trauer mit anderen teilen.

Die Zeit heilt alle Wunden. Wer kennt ihn nicht diesen Satz, den man von Freunden, Bekannten, lieben Menschen gesagt bekommt, wenn etwas Schlimmes passiert ist. Ich kann nur für mich sprechen. Ich finde das nicht. Die Zeit heilt keine Wunden. Es wird vielleicht leichter, aber sie heilt nicht. Es muss noch nicht mal etwas Schlimmes passiert sein. Ein Mensch kann mich mit Wörtern verletzen, oder mit dem was er macht. Das heilt nicht. Selbst wenn er sich entschuldigt, bleibt immer etwas in der Seele zurück. Man vergisst es nicht. Es wird nur ein bisschen leichter.

Es gibt so viele Dinge, über die ich froh bin, das es sie gibt. Vor 150 Jahren hätte ich jetzt alles mit einem Füller auf Papier geschrieben. Wenn ich lesen und schreiben gelernt hätte. Und meine geschriebenen Worte wären nicht so schnell in die Welt geschickt worden. Der Fortschritt nützt uns allen. Natürlich weiß ich, es ist nicht alles Gold was glänzt.

Die Zeit hat sich verändert. Die Zeit hat die Menschen verändert. Ich denke, nicht immer zum positiven. Man hat keine Zeit mehr. Für viele ist das Leben nur noch stressig. Sie werden aggressiver. Nur die eigene Meinung zählt. Es wird nicht mehr diskutiert. Und nicht immer sind die neuen Medien ein Segen.

Die Zeit die vergangen ist, die Zeit zurückdrehen, die Zeit vertreiben und die Zeit die uns noch bleibt. Die Zeit die man wartet.

Mit der Zeit gehen. Was bedeutet mit der Zeit gehen. Mit der Mode gehen. Da bin ich wohl zeitlos. Sich den Ansichten der anderen anpassen. Ist auch nichts für mich. Den jeweiligen Verhältnissen anpassen. Ich denke, das muss sein, sonst kommt man nicht vorwärts. Fortschrittlich sein. Das gehört zum Leben. Jeder Fortschritt bringt positives. Meint man?? Aber wer möchte schon noch wie vor 100 Jahren leben? Ich bin froh, heute, hier und jetzt zu leben. Der Fortschritt hat uns so viel gebracht. Welche Frau würde heute noch die Wäsche mit der Hand waschen. Ist nur ein kleines Beispiel, dass mir spontan einfiel. Ein Klischee, aber das war das erste was mir so in den Sinn kam.

Manchmal hat man das Gefühl man hängt in einer Zeitschleife fest. Nichts bewegt sich, keine Veränderung. Keiner holt einen aus dieser Zeitschleife heraus, das muss man dann selbst in die Hand nehmen.

Dann gibt es die Momente in denen man sagt: „Aber das hat doch noch Zeit.“ Viel Zeit vergeht und man hat sich nicht die Zeit genommen. Wird man es später vielleicht bereuen? Fragt man sich dann, warum habe ich mir nicht die Zeit genommen. Aber was ist, wenn man die Zeit nicht mehr hat. Man muss sich die Zeit nehmen. Ich glaube, so ist es jedem von uns schon gegangen. Man nimmt einfach die Dinge so hin. Die Zeit vergeht wie im Flug. Also nehmt euch die Zeit für alte und für neue Freunde, für schöne Dinge, nehmt euch Zeit für Ruhe.

Seelenwärmer

Wenn es draußen kalt wird, die Blätter von den Bäumen fallen, dann hat man Sehnsucht nach wärmenden Gerichten. Also was braucht in so einem Fall, einen Seelenwärmer. Das Beste was man dann machen kann, man kocht einen Eintopf. Heute heißt er One Pot, das selbe Gericht andere Name. Für manche gibt es allerdings keinen Unterschied zwischen Eintopf und Suppe. Für mich ist der Unterschied, die Suppe esse ich mit einem Löffel und den Eintopf mit einer Gabel.

Von früher kenne ich das noch, wenn es draußen kalt wurde machte man einen Eintopf. Überhaupt gab es in der kalten Jahreszeit immer deftige Gerichte. Meistens wurden frische Produkte benutzt, eben das was regional zu dieser Zeit reif war. Gestern war mir, dem Wetter angepasst, nach einem Linsengericht. Ich bereite viele Gerichte in einer spanischen Tonschale zu. Die Art in Tonschalen zu kochen, habe ich aus Mallorca mitgebracht. Auf dem Herd oder im Backofen. Da ich einen Gasherd habe, ist es kein Problem die Tonschalen zu benutzen.

Hier sind die Zutaten:

  • 1 grüne Paprikaschote
  • 1 rote Paprikaschote
  • 1 süße Zwiebel
  • 1 Knoblauchknolle
  • 2 Kartoffeln
  • 1 Möhre
  • 2 Selleriestangen
  • 250 g Tellerlinsen
  • Rosmarin, Oregano
  • frisches Lorbeerblatt, Currykraut
  • etwas mildes Paprikapulver
  • 1 Dose Tomaten in Stücken
  • Pfeffer und Salz
  • Sherry
  • Chorizo
  • Mettenden
  • Olivenöl

Ich habe die Linsen über Nacht in Wasser gelegt um sie einzuweichen. Dann brauchen sie nicht mehr so lange kochen. Das Einweichen von Linsen ist nur bei braunen, schwarzen Linsen und Tellerlinsen erforderlich, gelbe und rote Linsen müssen nicht eingeweicht werden.

Ich habe die Paprikaschoten und die Möhren gewürfelt das Olivenöl erhitzt. Die Schoten und die Möhre in den Tontopf zum Öl gegeben und leicht angebraten.

Dann die Selleriestangen in Scheiben geschnitten und dazugegeben. Die Zwiebel und den Knoblauch in kleine Würfel geschnitten und zu dem Gemüse dazugeben

Jetzt das ganze Gemüse kurz auf großer Flamme anbraten und dann mit Sherry ablöschen.

Nun die in Würfel geschnittenen Kartoffeln beigeben mit 300 ml Wasser auffüllen. Nun die stückigen Tomaten unter das Gemüse rühren. Die frischen Kräuter kommen auch dazu.

Das Ganze nun 20 Minuten köcheln lassen. Dann die Linsen dazugeben und 20 Minuten leicht köcheln lassen.

Nach Bedarf gebe ich dann noch etwas Wasser hinzu. Nicht zu viel, denn es soll keine Suppe werden. Salz dazugeben.

Zum Schluss kommen die in Scheiben geschnittene Chorizo und Mettenden zum Gemüse.

Nochmal 10 Minuten köcheln lassen. Aufpassen, dass es nicht am Topfboden anbrennt. Immer mal wieder durchrühren. Da die Chorizo sehr pikant ist, probiere ich erst und füge dann, wenn nötig noch etwas Pfeffer dazu.

Es ist ein einfaches und sehr schmackhaftes Gericht. Mit frischen Gemüse und frischen Kräutern aus dem Garten. Die Kräuter, die ich heute benutzt habe, sind alle aus dem Garten. Das Currykraut ist eine italienische Pflanze. Sie steht bei mir auch das ganze Jahr in einem Topf im Garten. Ich benutze sie häufig für Suppen und Eintöpfe. Die Zweige werden kurz mit gekocht und vor dem Servieren entfernt.

Fertig ist der Seelenwärmer. Das perfekte Essen an so einem nebligen und kalten Novembertag.